Im zarten Alter von 5 Jahren entschied ich mich das wohl beeindruckendste Instrument zu erlernen, was die Erde je gesehen hat, die Blockflöte! Ich dachte damals, dass es mir einige Pluspunkte bei den Mädchen in meiner Vorschulklasse einbringen würde, musste aber schnell feststellen, dass dem nicht so war. Also hörte ich nach 3 Monaten wieder auf, weil meine Lehrerin in den Mutterschutz ging und die andere (neue) Lehrerin darauf bestand, dass ich erstmal mein Rhythmus Gefühl verbessern sollte, indem ich Klanghölzer spielte. Etliche Jahre später trieb ich mein Unwesen als Zauberer und Feuerkünstler, die Musik jedoch sollte mich wieder packen als ich die Cover einer sehr bekannten Band in die Hände bekam, dort sah man einige Herren auf einer Sanddüne stehen, die ihre "enorm männliche" Dudelsäcke schulterten! Von diesem Tag an war für mich klar, das muß ich auch haben. Also durchstöberte ich das World Wide Web auf der Suche nach einem solch gigantischen Instrument. Ich wurde fündig und startete 20 Jahre nach Abbruch meiner ersten Musikkarriere ein Comeback! Ich dudelte so vor mich hin und machte mit einem wohl nicht ganz sauber gestimmten Instrument auf mich aufmerksam, nach dem ein oder anderen Abstecher bei diversen Bands wurde ich schließlich auf meine jetztigen Kollegen aufmerksam. Wie die Götter so wollten, war auch gerade ein Platz frei und nach den ersten Formalitäten (Knebelverträge, keine Gage in der Probezeit etc. Grins) bin ich nun seit Dezember 04 dabei.
| tja, ein wenig will man ja wissen über die spielleute. bei mir ist es nur so, daß ich mich nicht mehr so gut erinnern kann -na ja, ich bin ein 59er jahrgang- es ist also schon lange her, als ich geboren wurde, im süden deutschlands, zwischen weinbergen und dem guten stern auf allen straßen. das anfängliche wunschkind (im widder geboren) mutierte schnell zum schwarzen schaf, verließ bald die weinberge, nahm drogen und wurde musiker, was weder an weinbergen, noch an den drogen lag - es war mein grausames schicksal. tatsächlich erinnere ich mich schulen besucht zu haben, eine hatte was mit trommeln zu tun, die andere mit arabischer musik - zweitere hielt ich nicht lange durch, jedenfalls war es mir lieber viel zeit in marrokko zu verbringen und dort dinge zu geniessen, die hierzulande einfach nicht mehr zu finden sind, z.bsp.: nichts tun, im kaffeehaus im kaffee zu rühren, im staub sitzen, sand in der wüste zu beobachten, die musik der nomaden auf meine festplatte wirken zu lassen - moment - musik - da war doch noch was, na so was wie ein informativer rundblick meines kreativen schaffens, der hier nicht fehlen darf, denn information ist alles. nur wo fang ich an? den anfang lassen wir weg (weil illegal), zuerst also kellersessions, jazztrios und alles in allem musik die keiner hören will- musikalische menschwerdung erst bei GRAUSAM UND SINNLOS - abgründig und untergründig, der underground unter den tiefsten tiefen. motto: wer was spielt, was man schon kennt, fliegt raus - und endlich ein mehr oder weniger kultiges erbe: EMBRYO - ethno-worldmusik. gemeinsames musizieren von afghanen und russen, nigerianern und indern, chinesen und marrokanern, ägyptern, amis und eben schwarzen schafen - trotzdem im mittelalter, da bin ich hängen geblieben und ich sage euch, da finde ich alles wieder, nur die wüste nicht, und deswegen wird mein weg immer wieder durch die wüste führen. |
|
|
Lebensabriss
„Das individuelle Leben ist eine serialisierte kapitalistische Miniaturkrise, ein Desaster, das Deinen Namen trägt“. Renaldo Renaldini oder einfach kürzer Rene erblickte 1970 das Licht der Welt in Berlin Kreuzberg. Nach einer unspektakulären Aufzuchts und Grundschulzeit, begann der Erwerb einer einseitigen Plastikukulele, mit etwa 13 Jahren, sich als erster Vorbote, einer etwas andersartigen Entwicklung herauszustellen. Schon damals dilettierte ich fleissig auf meiner einseitigen Plastikukulele, welches später mit 15 Jahren und dem Erwerb einer Stromgitarre seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Zur Etymologischen Klarstellung sei noch hinzugefügt, das Dilettant als“ Laie mit fachmännischem Ehrgeiz“ definiert werden kann. Glücklicherweise wurde dieser fachmännische Ergeiz vom Elterhaus vorbehaltlos mit Worten wie: “lern doch etwas anständiges“ unterstützt. Von nun an war der Weg in die“ Musikerexistenz“ geebnet. Nach dem ersten Schulbandauftritt folgte mit 17 Jahren die erste Auslandstournee nach Spanien genauer gesagt ins Baskenland. Die Grundrisse dieser ersten Tour werde ich um so weniger Vergessen als mich, damals noch nichtsahnend, sein Konzept noch lange verfolgen sollte.
Dieses Konzept bestand damals wie heute aus möglichst „preiswert erstandenen Gebrauchtfahrzeugen“(Schrott wäre allzu oft ein Euphemismus gewesen),unsicheren Übernachtungsmöglichkeiten oder fraglichen Veranstaltungen, fein garniert mit einer Psychedelisch wirkenden Mischung aus zu wenig an Schlaf, zu viel an Alkohol und alles nochmals gewürzt mit Inkredenzien aus dem Arabischen Kräutergarten. Diese Melange an Emotionen lies mich fortan nicht mehr los und ich sie auch nicht, oder wie rum auch immer.
Jedenfalls löste sich die Band wie auch noch viele andere nach dieser glamourösen Tour einfach auf, und ich begann mich weiter in der Berliner Rock und Untergrund Szene umzuschauen. Wobei ich bei dieser Gelegenheit nicht vergessen darf den endemisch gewordenen Berufskreuzbergern weltweit bekannte Namen wie“ Livin Spirits“ und „Testbildtesters“ an den Kopf zu werfen.
Nach dieser ersten Musik Zeit befreiten mich historische Ereignisse aus meinem Westberliner Musikertraum: Mir sollte die erste wirklich grosartige Segnung der Wiedervereinigung zuteil werden: Die Bundeswehr. Natürlich ging ich weder zum Bund oder Zivildienst, und fristete von nun an lieber ein Dasein als befreiter West-Berliner : Ich war von nun an frei von gültigen Papieren, Krankenversicherung, Sozialleistungen u.s.w. .In dieser Zeit überlebte ich von dem Verkauf von Handgefertigten Keramischen Produkten die in gewissen Kreisen eine rege Abnehmerschaft fanden, und deren Funktion hier nicht näher erläutert sei. Das Musizieren in U-Bahn Waggons war eine weitere beliebte Einnahmequelle, die aber leider auch oft von kulturfeindlich gestimmten U-Bahn Sheriffs torpediert wurde. Es war immer das gleiche: Wir wurden aus den Waggons gefischt weil man uns beim Musikmachen gesehen hatte, woraufhin ein Grundsatzstreit über die Frage ob man denn Musik nun Sehen oder Hören kann entbrannte. Da man sich über derartige Dinge nicht einigen konnte, wurde oft die Polizei als Ratsucher hinzugezogen, woraufhin dann tatsächlich zu Protokoll gegeben wurde das man unsere Musik anscheinend sehen kann. Soweit so Gut.
Bei einem meiner nächtlichen Ausflüge, die wie immer mit dem guten Grundsatz „nur auf ein Bier“ beginnen, lernte ich den australischen Profibarden und Fiddeler „Bob Campell“ kennen. Auch er interessierte sich schnell für meine Keramikkollektion und entdeckte darüber hinaus meine Musikalischen Ambitionen. Wir beschlossen als Duo zu spielen. Als Höhepunkt dieser Zeit kann ich mich deutlich an einen Auftritt in der Australischen Botschaft in Bonn erinnern, wo man uns in Diplomatenfahrzeugen zu unglaublich teuren Restaurants kutschierte, und auch die anschliessende Übernachtung in einer Diplomatenvilla uns das Gefühl gab Teil einer dekadenten Mitteleuropäischen Elite-Hochkultur zu sein. Der nächste Auftritt war des Kontrasts zuliebe natürlich in Hamburg St. Pauli auf der Reeperbahn. Dort blieben mir vor allen Dingen die schmierigen, lüsternen Blicke des betrunkenen Nachtportiers einer Billigabstiege in Erinnerung, als ich morgens um Vier mit meinem etwa 25 Jahre älteren Mitmusiker ein Doppelzimmer bestellte.
Ach ja, da war ja noch diese grandiose in vielen Kreisen so zu unrecht als „Hippiekacke“ verschriene Space, Jazz und Worldmusik Band, und es sei mir entschuldigt das ich mir nicht verkneifen kann diesen grossen Namen zu nennen; - Embryo. Es war ein wunderbares Erlebnis mit diesen wirklich die Weltbereisenden Musiken auf Tour zu sein, wir hatten überall aufopfernde Gastfreundschaft von langjährigen Freunden der Band genossen, die uns nicht nur Musikalische Wünsche wie von den Augen ablasen. - Peace Brother and Sisters- und gruss an alle!
Einigen wenigen die es überhaupt noch geschafft haben meine Selbstdarstellung bis hierhin zu lesen, und die in den neunzigern in die besetzte Pfarstrr. oder ins X-Beliebig gegangen sind, könnte unter umständen der Name „Whos Rachel“ (Undergrond Folk Rock)vielleicht irgendwie oder so auch noch etwas sagen.
Auch die „Kumpelbasis“ die ja auch heute noch spritzigen und treibenden Deutsch-Punk machen, und bei denen ich letztes Jahr noch den Bass zupfen durfte, sei an dieser Stelle recht herzlich gegrüsst .
Aber ich denke es wird Zeit jetzt zu schliessen und die vom Leser dringlichst erwartete Kernfrage zu beantworten: - Wie kam es zu einer Band, die sich auf die Beschallung von Fusspilz-Zuchtstationen (Badezuber) mitsamt darin rumliegenden, von ölfraktorischen Finessen wie Bratenfett und Weihrauch umnebelten, Bauernlümmeln spezialisiert hatte? Nun ja, schwer zu sagen, aber die Gerüchteküche munkelt das die Gruppe vor sehr sehr langer Zeit ein Engagement bei der „Stiftung Warentest“ zum Test von Ohrenschützern gehabt haben soll, und aufgrund ihrer immensen Dezibel Entwicklung sämtliche damaligen Produkte als „mangelhaft“ degradierte. Es gab eine Bannbulle der Industrie, nebst Verbannung der Band aus dem Bereich der Königlichen Forschung in die Gefilde des „öffentlichen Erlebnisbereiches“ (soweit wir den Chronisten an dieser Stelle trauen dürfen).
„Varius Coloribus Expierience“
Da Musik bekanntlich dort anfängt, wo die Sprache aufhört, möchte ich an dieser Stelle endgültig schliessen und den geneigten Leser auf einen herzlichen „umsonst und draussen „ Tinnitus mit „Varius Coloribus Expierience“ einladen.